Das Zeppelin Museum ist etwas Besonderes: es beheimatet die weltgrößte Sammlung zur Geschichte des Luftschiff-Baus. Zusammen mit dem LZ-Archiv bildet es das Kompetenzzentrum für die Geschichte der deutschen Luftschifffahrt. Es hütet einen Mythos, dessen Anziehungskraft auf Jung und Alt bis heute fortbesteht. Gleichzeitig ist das Museum der Kunst des Bodenseeraums verpflichtet und nennt wertvolle Kunstbestände wie z.B. die Sammlung Otto Dix sein eigen. Beide Bereiche – Technik und Kunst – bilden das Alleinstellungsmerkmal des Museums.
Kein anderes Haus in Deutschland ist diesem Doppelthema verpflichtet. Darin liegt ein bedeutendes Potential, aus welchem sich Sammlung, Präsentation und Ausstellungspolitik speisen müssen. Dabei geht es nicht so sehr darum, Kunstwerke in die Zeppelinabteilung und umgekehrt zu integrieren. Das wäre nur eine oberflächliche Interaktion zwischen beiden Themenbereichen. Vielmehr muss in Sammlung und Ausstellungen ein neuer Schwerpunkt gebildet werden, der sich mit der Schnittmenge beider Inhalte beschäftigt. So werden Themen aus der Technikgeschichte vorgestellt und untersucht, die in die Künste (z.B. Architektur, Design) ausgreifen. Andererseits beschäftigen sich Sammlung und Ausstellungen künftig auch mit künstlerischen Positionen, die in ihrem Werk die Erkenntnisse von Wissenschaft und Technik nutzen.
Neben der reinen Technikgeschichte und der Sammlung zur Kunst des Bodenseeraums entsteht so ein Tertium, welches beide Bereiche miteinander verbindet. Der Besucher wechselt so nicht abrupt von der Zeppelingeschichte zur Kunstgeschichte, sondern wird fast unmerklich von einem zum anderen Themenbereich geleitet.
Dr. Ursula Zeller
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