Eduard Spelterini, geboren als Eduard Schweizer 1852 in Bazenheid / Toggenburg, gehörte in den beiden letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts zu den Pionieren der Ballonfahrt, und machte mit spektakulären Aufstiegen in ganz Europa von sich reden. 1898 schrieb Spelterini Luftfahrtgeschichte, als er mit seinem Ballon Wega als Erster die Alpen überquerte.
Bis zum Ersten Weltkrieg unternahm er neun weitere Alpenüberquerungen, aber auch Fahrten über der ägyptischen Wüste und in Südafrika. Spelterini beförderte hunderte ballonbegeisterte Fahrgäste, und auch Graf Zeppelin schätzte Spelterinis außergewöhnliche Fähigkeiten als Ballonfahrer und machte ab 1893 einige Fahrten mit ihm, um Erfahrungen in der Handhabung dieser Luftfahrzeuge zu sammeln.
1893 begann Spelterini aus dem Ballonkorb heraus zu fotografieren, um seinem Publikum auch in Lichtbildervorträgen den Blick auf die Welt aus den Augen des Ballonfahrers zu vermitteln. Seine fototechnisch hochwertigen, präzisen Bilder spiegeln eine eigene Ästhetik wider. Als Ballonfahrer hatte Spelterini ein besonderes Gefühl zum Raum entwickelt, der Fotograf Spelterini konnte dieses durch seinen virtuosen Umgang mit Licht und Schatten im Bild festhalten.

Die Ausstellung zeigt Originalabzüge und Neuabzüge von den erhaltenen Glasplatten Eduard Spelterinis, dreidimensionale Exponate, darunter einen von ihm benutzten Ballonkorb, sowie Briefe, Fotos und Dokumente, die das schillernde Leben des Ballonkapitäns illustrieren.
Die Ausstellungsgestaltung, eine Zusammenarbeit des Zeppelin Museums mit Studentinnen und Studenten der Schule für Gestaltung Ravensburg (SfG), inszeniert die Bilder auf ungewöhnliche Weise und eröffnet den Besuchern neue Perspektiven auf das Werk Spelterinis.

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